Schinken und Bier

Der Sommer ist nun da - das teilt uns mindestens der Kalender mit. Zeit für ein bisschen Zeitvertreiben im Park, Garten oder Schwimmbad mit der Familie. Oder an ähnlichen Orten mit Freunden/Saufkompanen (vor-)glühen, um dann am nächsten Tag durch das vornächtliche Hirnzellenmassaker erneut den Sommeranfang zu bestaunen.
Ich weiß nicht genau, wie es im restlichen Teil unseres Landes so abläuft, aber hier in Bayern ist der Biergarten ein Sammelpunkt, wie es damals für unsere Steine verwerfenden Vorfahren die Feuerstelle war.

In der Küche wird geschnetzelt, gehackt und verbrannt - im Service werden die Büstenhalter nach oben gedrückt, damit deren Inhalt samt dem Schwein auf dem Teller, zumindest optisch, mit verspeist werden können und auch teilweise sollen.
Die Küche ist aus eigener Erfahrung stickig und dreckig - man hat keine Zeit einwandfreie Speisen rauszugeben, da die Zeit fehlt. Da wird das "Pfannenschnitzel" zur hälfte in der Fritteuse gekocht, oder der Sauerbraten schnell in der Mikro aufgewärmt - von hygienischen Aspekten mal ganz abgesehen.
Ob das die Gäste wissen, geschweige denn interessiert, kann ich nicht genau sagen - bei genug Alkohol würde das vermutlich ohnehin vom Fakt zum Aberglauben mutieren.
Nach spätestens dem 8 Bier wird dann auch "politisiert" und philosophiert - Themen aus der Soziologie, Psychologie, Politik und was sonst noch so vom Universum eingeschlossen wird, bis auf die atomare Ebene analysiert und bewertet.
In diesen Diskussionen wird natürlich das beste für den Einzelnen, das jeweilige Volk und Regierung und natürlich für das ganze Universum herausgefiltert und mit ordentlich Bier begossen.
Denn wie ihr im Video weiter unten gleich feststellen werdet, "ist das Wirtshaus die Schule des Mannes...".

Natürlich, wer braucht schon Bücher, Erfahrung, Bidung, oder eine Reise in ein fremdes Land und das Kennenlernen fremder Lebens - und Denkweisen, wenn man hier im Sommer alles im Biergarten beim Fleischspachteln und Bierschlürfen erfahren kann; selbstverständlich nachdem die Weibchen so mancher Schinkengesichter ihr schlechtes Gewissen vorher durch eine kleine "Nordic-Walking" - Tour durch den Stadtpark zum Schweigen gebracht haben.

Für alle Sarkastiker: Der folgende Ausschnitt ist aus einem sog. "Kulturfilm" über die Stadt Bamberg.

video

Auch wenn diese netten Herren nichts vom "Politisieren" erwähnten, sondern diese Gespräche scheinbar gezielt mit euphemistischen Stilmitteln als "Guda Undahaldung*" und "bunta Obend om Stammdisch*" betitelt haben, so finden diese Weishheitskriege am Tisch sehr wohl statt.

(*übersetzt bedeutet das übrigens: "Gute Unterhaltung" und "bunter Abend am Stammtisch") 

Als einer, der aus der ukrainischen Region stammt, kann ich euch versichern, dass es durchaus genug Menschen (und das ist die Mehrheit) gibt, die einfach nur ihre Ruhe haben wollen und froh sind, wenn keiner verletzt wird. Im Grunde wird in manchen Regionen die Regierungsfrage einfach nur als lächerlicher Etikettenwechsel gesehen - denn politisch wird sich ihrer Meinung nach ohnehin nicht viel ändern.
Das nur am Rande.

Zurück zu unseren Schinkengesichtern. Was sagt ihr zu der Bier - und Biergartenkultur in Bayern/Deutschland? Hat man wirklich am Ende vom Tag ein echtes Gefühl was getan zu haben, wenn man sich ein Stück Schwein und literweise Bier bei befremdlichen Diskussionen eingeführt hat?
Den Kollegen im Video scheint das ja in meinen Augen schon ein paar Löcher ins Hirn geflutet zu haben.



Cheers!








Kommentare:

  1. "Das Wirtshaus ist die Schule des Mannes." - ähm, aha :).

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich nehme an dir geht's dabei wie mir und vielen anderen Männern...wir haben uns jahr(zehnt)e lang völlig falsch gebildet bzw. bilden lassen!

      Löschen
  2. Da fühlt sich ja ein Bamberger fast beleidigt oder beschämt bei dem Video aus dem "Spezi".
    Aber eigentlich wollte ich nur das FRÄNKISCHE anmerken. Das Video ist nicht stimmig mit Bayern. Franken sind Franken, Bayern nenne sich manche Bewohner eines Bundeslandes mit gleichem Namen. Fakt: da gibt es für den Franken definitiv KEINE einheitliche Bierkultur. Außerhalb der Grenzen wird es dann nur noch schlimmer. Von daher bin ich mit dem Test voll bei dir, nur das Video murkst mich. ;-)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bin deiner Meinung, natürlich gibt es zumindest aus unserer Sicht ein paar starke Unterschiede zwischen Franken und Bayern. Aber ich bin mir nicht sicher ob das Restdeutschland auch erkennt. Das Video hat meinen Lachmuskeln beim ersten mal ein Powertraining aufgezwungen :D
      Ich finde, wenn man hier wohnt kann man unsere Stammtischler eigentlich nur mögen - oder man wird ein bisschen zum Outlaw.
      Beschämt brauchste nicht sein :-)

      Löschen
  3. Nach dem achten oder neunten Bierchen, schmeckt auch ein zu-Tode-gebratenes Schnitzel aus der Mikrowelle mit Sicherheit, wie jenes aus der Fritteuse ;)
    Beschämend ist der vermeintliche "Stolz", welcher sich aus einer Saufkultur herauskristallisiert und dazu einen staubigen Brauch zum Vorschein bringt.
    Scheinbar sind bei den in den Video präsentierten Herrschaften die notwendigen Hirnzellen abgestorben (zu viel Alkoholkonsum tötet Hirnzellen ab, ebenso wie der überdurchschnittliche Smartphonekonsum), weswegen solch ein Hirnausfluss stattfindet!
    Wichtig ist aber und ich zitiere : "Das Bier schmeckt und das ist wichtig!..." - wenn man keine anderen Sorgen hat, ist doch alles wunderbar ;)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Tja, dazu ist wohl nichts mehr hinzuzufügen... außer vielleicht:

      "Das bier schmeckt nicht erst nach dem dritten, sondern nach dem ersten Schluck!"

      Löschen
  4. Also ich behaupte: Das Bier schmeckt sogar schon VOR dem ersten Schluck!

    Hi Quali, man habe gesehen, dass Du nächtens auf b-tags aktiv warst. Schön, dass es Dich noch gibt. Ich wünsch' Dir was (was, kannst Du selbst festlegen)!

    Bis irgendwann
    Drago

    AntwortenLöschen

-

-

Wer suchet, der findet